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JUStandpunkte

Wofür wir stehen.

Keine Floskeln, keine Nebelkerzen: Hier steht, was wir fordern und womit wir es belegen.

Das sind unsere Kernpunkte, kein in Stein gemeißeltes Programm. Positionen entstehen und schärfen sich im Austausch. Wer mitdiskutiert, gestaltet mit, wofür wir stehen.

Standpunkte = wofür wir in Leipzig stehen · Klartext = wie wir Bund- und Landespolitik einordnen.

01 / 04Leistung & Aufstieg

Unsere Haltung

Erste Wohnung, erster Job, erste eigene Firma. Wer hier etwas aufbaut, verdient Rückenwind, keine endlosen Formulare.

Das Problem

Leipzig zieht Leute an, die etwas vorhaben. Aber die erste eigene Wohnung wird zum Lottogewinn: Angebotsmieten seit 2020 um rund 29 Prozent gestiegen, im Neubau schnell 12 Euro und mehr, in gefragten Vierteln bis zu 14 Euro pro Quadratmeter. Das Absurde: Leipzig genehmigt mehr Wohnungen, als gebaut werden. Über 8.700 stecken im Bauüberhang, tausende davon noch nicht einmal begonnen. Es fehlt nicht am Stempel, es fehlt am Bauen.

Quelle: Monitoringbericht Wohnen 2025, Stadt Leipzig (Neubaumiete: JLL 2024)

Silhouetten von Baukränen über einer Stadtkulisse in der Abenddämmerung

Was wir konkret wollen

  1. Bauland aktivieren, nicht horten

    Bauland gehört bebaut, nicht gehortet. In Leipzig warten baureife Grundstücke auf Wertsteigerung, während die erste eigene Wohnung für junge Leute zum Lottogewinn wird. Wir wollen, dass Horten teurer wird als Bauen: Die Stadt soll jedes Mittel nutzen, das brachliegende Grundstücke in Bewegung bringt, statt Spekulation zu belohnen. Wer baut, soll es leichter haben als wer wartet. Das ist der Maßstab, an dem wir jede Entscheidung messen.

  2. Die Stadt baut selbst, mehr und schneller

    Mit der städtischen LWB hat Leipzig den direkten Hebel: Sie baut bis 2035 über 2.000 Wohnungen, einen Großteil gefördert, und steigt ins serielle Bauen ein. Genau das muss größer und schneller werden. Serielles Bauen senkt Kosten und Bauzeit zugleich.

  3. Meister zählt wie Master

    Ausbildung muss denselben Rang haben wie das Studium: gute Berufsschulen, Azubi-Wohnen und ein faires Azubi-Ticket auf Semesterticket-Niveau. Heute zahlen Azubis im MDV 48 Euro im Monat, Schüler mit dem BildungsTicket nur 15. Diese Lücke muss weg. Eine Stadt, die nur auf Akademiker setzt, verliert die Leute, die Handwerk, Pflege und Industrie am Laufen halten.

02 / 04Sicherheit & Ordnung

Unsere Haltung

Sicher nach Hause kommen, ohne Umweg, ohne mulmiges Gefühl. Das ist das Mindeste, nicht das Maximum.

Das Problem

Die Gewaltkriminalität rund um Leipzig lag 2024 mit 3.537 Fällen auf einem Höchststand, fast 15 Prozent über dem Vorjahr. 2025 ging sie wieder zurück, auf 3.302 Fälle. Das Niveau bleibt trotzdem zu hoch, und ein gutes Jahr ist noch keine Trendwende. Das ist keine gefühlte Unsicherheit, das ist die Polizeistatistik. Die Waffenverbotszone an der Eisenbahnstraße, jahrelang das Symbol fürs Leipziger Sicherheitsproblem, lief im August 2025 aus. Schon seit Juni 2025 sorgt dort ein fester Polizeiposten für Präsenz. Der Wechsel von Symbol zu Präsenz ist richtig. Jetzt muss er auch tragen.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, PD Leipzig

Die hell erleuchtete Haupthalle des Leipziger Hauptbahnhofs mit Reisenden

Was wir konkret wollen

  1. Präsenz, die bleibt

    Der Polizeiposten an der Eisenbahnstraße ist der richtige Weg: sichtbare Polizei wirkt. Er muss dauerhaft besetzt und auf die anderen Brennpunkte ausgeweitet werden, auf Hauptbahnhof und Nacht-ÖPNV. Wer sich sicher fühlen soll, muss jemanden sehen.

  2. Brennpunkte entschärfen

    Sicherheit ist auch kommunale Aufgabe: helle, einsehbare Plätze statt dunkler Ecken, Videoschutz zur Aufklärung und ein städtischer Ordnungsdienst dort, wo Leipzig heute wegschaut. Kameras helfen, eine Tat aufzuklären. Verhindern muss sie jemand, der da ist. Beides gehört zusammen.

  3. Konsequenz bei Intensivtätern

    Schnellere Jugendverfahren fordern wir vom Land, und die Stadt zieht bei Prävention und Jugendhilfe mit, damit es gar nicht erst so weit kommt. Auf die Tat muss zeitnah die Konsequenz folgen, nicht das nächste Bewährungs-Karussell.

03 / 04Heimat & Zusammenhalt

Unsere Haltung

Heimat ist, was uns verbindet und was wir gemeinsam weiterbauen.

Das Problem

Eine Stadt lebt von dem, was Menschen zusammenhält: Vereine, Traditionen, Nachbarschaft, gemeinsame Geschichte. Das entsteht nicht von selbst und hält nicht von allein. Es braucht Pflege, Förderung und Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig unter blauem Himmel, vom Fuß der Anlage aus gesehen

Was wir konkret wollen

  1. Kultur und Geschichte lebendig halten

    Leipzig ist die Stadt, in der 1989 die Friedliche Revolution begann. Dieses Erbe sichtbar und erlebbar halten, von der Nikolaikirche bis zu den Vereinen, die das Stadtleben tragen, gerade für die, die es nicht miterlebt haben.

  2. Vereine und Ehrenamt fördern

    Sie tragen den Zusammenhalt. Der Bund hat die Vereine 2026 steuerlich entlastet und von Bürokratie befreit; Leipzig muss kommunal nachziehen: Räume bereitstellen, Förderanträge vereinfachen und den Papierkram abnehmen, statt ihn zu vermehren.

  3. Dazugehören heißt mitmachen

    Wer hier leben will, ist eingeladen dazuzugehören, unter einer klaren Bedingung: das Grundgesetz achten, die Sprache lernen, sich einbringen. Diese Erwartung gilt für alle gleich. Eine offene Stadt bleibt stark, solange klar ist, was sie zusammenhält.

04 / 04Generationengerechtigkeit

Unsere Haltung

Die Stadt von morgen gehört uns, also müssen wir heute mitentscheiden.

Das Problem

Über die Zukunft junger Leute wird oft ohne sie entschieden. Dabei tragen wir die Folgen am längsten, von den Schulen über die Treffpunkte bis zu den Schulden.

Belebter Platz in Leipzig mit jungen Menschen auf Fahrrädern und Gruppen auf Sitzstufen vor moderner Architektur

Was wir konkret wollen

  1. Junge Stimmen früh einbinden

    Was junge Leute direkt betrifft, von Schulwegen über Freizeitflächen bis zur Stadtplanung, soll nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden. Die Stadt muss junge Menschen früh anhören, bevor entschieden ist, nicht erst danach.

  2. Orte für junge Leute

    Bezahlbare Freizeit, Jugendclubs, Sport- und Kulturräume, auch außerhalb des Zentrums. Eine Stadt, die jung bleiben will, muss jungen Leuten Raum geben.

  3. Folgekosten auf den Tisch

    Bei jedem großen Beschluss offenlegen, was er künftige Haushalte und damit uns kostet. Wer heute beschließt, muss sagen, was es morgen kostet.

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