➡️Zum dritten Mal wurde das Jugendparlament der Stadt Leipzig gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei schmalen 7,7 Prozent. Zum Vergleich, 2017 und 2015 lag diese bei ebenfalls sehr geringen 5,4 und 4,2 Prozent.

Diese Werte spiegeln das Hauptproblem des Jugendparlaments wider: Wahrnehmung! Das Jugendparlament findet in der Realität junger Leipziger offensichtlich kaum statt. Das liegt zum einen an der schlechten Öffentlichkeitsarbeit und zum anderen an den Grundstrukturen des Gremiums.
Der Vorsitzende der Jungen Union Leipzig, Rainer Burgold, dazu: "Eine Wahlbeteiligung unter 30 Prozent in einer jungen und aktiven Stadt mit 600.000 Einwohnern ist nicht akzeptabel. Wenn es wie aktuell keine festen jährlichen Wahlen gibt, Schulen und Jugendclubs durch die Stadt nicht ausreichend vor und während der Wahl informiert und mobilisiert werden, dürfen wir uns über derartige Ergebnisse nicht wundern. Wir brauchen kein Parlament, in dem 20 junge Menschen die trockene Gremienarbeit der Älteren in trägen Verwaltungsstrukturen nachspielen und sich zwei Jahre lang Anträge intern zuschieben. Wir brauchen ein Parlament, das jährlich Schüler für Politik begeistert und konstant mit den Schulen gemeinsam für Jugendbeteiligung wirbt. Wir brauchen ein Jugendparlament, das Jugendliche zudem erkennen lässt, dass sie jetzt und später durch politisches Engagement Veränderungen in ihrer Stadt und ihrem Land herbeiführen können. Und wir brauchen ein Parlament, das den jungen Menschen zeigt, dass sie und ihre Themen ernst genommen werden. Denn Fakt ist, viele junge Leute sind politisiert, gehen auf Demos und organisieren sich für unterschiedliche Themen und Projekte. Ihre Stimmen und Ansichten müssen zukünftig stärker in die Politik einfließen. Es liegt offensichtlich nicht an mangelndem gesellschaftspolitischem Interesse, sondern an der schlechten Umsetzung des Leipziger Jugendparlaments."

Stadtrat Karsten Albrecht (CDU), Mitglied des Jugendhilfeausschusses, stimmt dem zu und ergänzt: "Wir müssen das Jugendparlament und insbesondere die Wahl so reformieren, dass es ausreichend demokratisch legitimiert ist. Denn junge Menschen können dort kommunalpolitisches Arbeiten lernen." Darüber hinaus besteht auch ein Problem bei den Zuständigkeiten des Jugendparlaments. Herr Albrecht dazu: "Wenn man die Anrufung des Jugendparlaments klar regeln würde, könnten keine Themen untergehen und die Mitglieder des Parlaments sich um die Fragen kümmern, die für ihre Zielgruppe absolut entscheidend sind."

Die Junge Union Leipzig hat weitere Vorschläge, die demnächst veröffentlicht werden. "Wir werden bei diesem Thema nicht lockerlassen. Zum Beispiel sollte die digitale Wahlurne um weitere direkte Abstimmungsmöglichkeiten und Werbung in den Schulen erweitert werden. Die Rechnung ist ganz einfach: Leipzig braucht eine funktionierende politische Jugendbeteiligung und mehr politische Bildung! Unsere Demokratie muss endlich verstärkt schon in der Schule stattfinden, denn die Schüler sollen sie in der Zukunft tragen. Ich fordere den Oberbürgermeister dazu auf, parteiübergreifend dieses Gremium neu zu denken!", so Burgold abschließend.

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